Mamadou Diabate präsentiert Kanuya

Michael Ternai (MICA) April 2011

Mit brandneuer CD im Gepäck begeben sich in den kommenden Wochen Mamadou Diabate und seine Truppe Percussion Mania auf eine Konzertreise durch Österreich. „Kanuya“ (Extraplatte) heißt das gute Stück, und wie man es vom Balafonspieler gewohnt ist, präsentiert sich Diabate einmal mehr als Reisender zwischen den unterschiedlichsten Musiktraditionen. Von einer mehr als nur hochkarätig zu bezeichnenden Ensemble – unter anderem am Entstehen der CD mitbeteiligt waren Saxophonist Wolfgang Puschnig, Tubaspieler Jon Sass, sowie die à capella Formation Insingizi – beweist der in Burkina Faso geborene Musiker, dass er ohne Zweifel zu den großen in Österreich werkenden Perkussionisten zählt. Präsentiert wird „Kanuya“ unter anderem am 31. März im Grazer Orpheum.

 

Mamadou Diabate ist hierzulande schon lange kein Unbekannter mehr. Der seit 2000 in Österreich lebende und arbeitende Musiker komponiert, singt und spielt das in seiner Heimat traditionelle Balafon. Seine vielen Konzertreisen führten den Rhythmusvirtuosen inzwischen rund um den halben Globus, bei zahlreichen international bedeutenden Weltmusikfestivals ist er inzwischen Stammgast. Vorrangiges Ziel des Musikers ist es, seinem Publikum die Klangtraditionen seiner Heimat Burkina Faso näherzubringen und diese erlebbar zu machen. Rhythmik heißt dabei das Zauberwort, und die präsentiert Mamadou Diabate in einer solch energetischen und mitreißenden Art und Weise, die einfach nur Staunen versetzt.

 

Doch anders wie man es vielleicht vermuten könnte, beschränkt sich der Perkussionist in seinen zahlreichen Projekten nicht alleine darauf, Traditionelles aus seiner Heimat wiederzugeben. Vielmehr pendelt er zwischen den unterschiedlichsten musikalischen Welten hin und her. Es geht alleine um das Zusammenführen einander fremden Klangtraditionen. So vermengen sich in den Kompositionen kraftvolle westafrikanische Musik und Elemente des europäischen Jazz zu einem wunderbar facettenreichen und vielschichtigen Ganzen.

Mamadou Diabate's neue CD „Kanuya“ ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass stilistische Einschränkungen in der Musik eigentlich nicht wirklich etwas zu suchen haben. Er schlüpft in die Rolle eines Brückenbauers, der weder musikalisch noch kulturell irgendwelche Berührungsängste kennt. Dass die Stücke seines Albums so vielschichtig erklingen, liegt natürlich auch daran, dass Mamadou Diabate`s Combo Percussion Mania (Karim Sanou, Seydou Diabate, Abdoulaye Dembele, Madou Kote und Zakaria Kone) Leute wie Wolfgang Puschnig, Jon Sass, Silvio Gabriel sowie die à capella Truppe Insingizi für die Zusammenarbeit gewinnen konnte. „Kanuya“ ist ein Album, welches aufgrund der im jeden Moment spürbaren Spielfreude der Akteure einfach nur Lebensfreude ausstrahlt.