"Eine Entedeckungsreise, die viele Überraschungen bringt"

ORF, Benno Feichter; 4.1.2011

Der Klang des Balafons

In einem kleinen Dorf im Westen Burkina Fasos aufgewachsen, kam der afrikanische Musiker Mamadou Diabate im April 2000 nach Österreich. War er in seiner Heimat bereits im Kindesalter ein Star am traditionsreichen Balafon, hat der Musiker nach mittlerweile neun eigenen Alben und zahlreichen Gastauftritten längst auch in der heimischen Weltmusikszene Fuß gefasst.

 

Am Freitag, 1. April 2011, präsentiert er seine neue CD "Kanuya" in der Wiener Sargfabrik. "Kanuya" heißt so viel wie Freundschaft, Wertschätzung und Respekt. Und Mamadou Diabate widmet diese seine neue CD seinen Gastgebern in Österreich und den Musikern, die ihn begleitet haben.

 

  Ein kleiner Proberaum im 16. Wiener Gemeindebezirk. Acht Musiker auf engstem Raum, in ihrer Mitte Mamadou Diabate und sein Balafon. Das Balafon ist die afrikanische Urform von Xylophon und Marimba. Es besteht aus Holz-Klangstäben, die sich an den Seiten des Instruments nach oben wölben. Darunter sind hohle Kürbisse befestigt, die als Resonanzkörper wirken.

 

Mamadou Diabate hat das Balafonspiel schon in seiner Kindheit gelernt. Als Angehöriger einer alten Musikerdynastie war das Erlernen des Balafons für ihn Privileg und Pflicht zugleich. Denn einzelne Berufe sind in der westafrikanischen Tradition bestimmten Familien vorbehalten. Und in dieser Tradition sind Balafonspieler nicht nur Musiker, sondern vor allem auch Geschichtenerzähler, so Diabate.

Musik als Sprache - Mamadou Diabate gibt ein Beispiel. Er will über das Balafon seinen Bruder rufen, der im Nebenraum sitzt. Während das Balafon noch nachklingt, öffnet sich auch schon die Tür und Mamadous Bruder kommt in den Proberaum.

 

Traditionelle Musik vom Vater gelernt

 

Damit diese Tradition nicht verloren geht, hat Diabate auf seiner 2002 erschienen CD "Keneya" traditionelle Musik aus seiner Heimat Burkina Faso eingespielt. Während er von seinem Vater gelernt habe, hören die Jungen heute kaum mehr traditionelle Musik, und die Sprache gerate mehr und mehr in Vergessenheit, so Diabate. Ganz anders nun seine neue CD "Kanuya", die ein Tribut an seine Wahlheimat Österreich sein soll.

 

Prägung durch Europa

Seine zahlreichen Konzertreisen durch Europa, und Projekte mit Musikern wie Sigi Finkel, Wolfgang Puschnig oder Jon Sass hätten ihn selbst, vor allem aber auch seine Musik in den letzten zehn Jahren entscheidend geprägt. Und wenn auch die österreichischen Musiker seine Balafonsprache nicht verstehen, sei das gemeinsame Spielen für ihn wie ein Dialog.

 

In seinen Liedern erzählt er Geschichten, vom Leben in seiner afrikanischen Heimat Burkina Faso, und seiner neuen Heimat Österreich. Einmal singt Diabate auch über die Wichtigkeit von Schulbildung in Afrika. Er selbst hat in seinem Heimatdorf eine Schule gebaut und arbeitet an weiteren Projekten - das sei das Mindeste, was er tun könne, sagt er.

 

Mit dem Lied "Aw ni Baara" bedankt er sich bei den Mitwirkenden dieser CD für die gemeinsame musikalische Entdeckungsreise. Eine Entdeckungsreise, die zwischen den vielschichtigen Rhythmus- und Klangteppichen von Diabates Musik viele Überraschungen bietet.